24.04. Redebeiträge Gasaktionstag

Die Kundgebung am 24.04.2026 findet um 16:10 Uhr auf dem Goetheplatz statt und die folgenden Reden werden in folgender Reihenfolge gehalten:

Fridays For Future
Bremen Zero
Musikact TheCave
ErdwärmeDich
Ende Gelände
Greenpeace
Musik TheCave

Fridays For Future

Hallo erstmal und danke, dass ihr gekommen seid!
Rufen wir uns erstmal ein paar Tatsachen nochmal ins Gedächtnis: Die Klimakrise eskaliert hier und jetzt: Die Erde ist bereits rund 1,5 Grad heißer als noch vor 200 Jahren und bis 2050 könnten wir sogar 3°C Erhitzung und mehrere unwiederbringliche Klimakippunkte erreichen. Doch statt wirkungsvollem Klimaschutz erleben wir gerade eine Bundesregierung, die nochmal kräftig aufs GASpedal tritt. (hihi)

Die Bundesregierung, allen voran die Gas-Lobbyistin Katherina Reiche, zerstört das Klima und treibt uns mit ihrem fossilen Irrsinn in eine Kostenfalle. Erneuerbare Energien erzeugen längst den billigsten Strom; doch stattdessen verschwendet die Bundesregierung Steuergelder in Milliardenhöhe für fossile Subventionen für Erdgas. Das ist Geldverschwendung für fossile Auslaufmodelle, keine “Technologieoffenheit”! Diese Regierung lässt die Menschen höhere Heiz- und Stromkosten bezahlen und pfeift auf unsere Wirtschaft, während sie die Taschen der fossilen Konzerne füllen! Statt fossilen Rückschritt brauchen wir eine Offensive für günstige und saubere Energie – wir brauchen Politik für Menschen statt Profite!

Man könnte die aktuellen Krisen zum Anlass nehmen, massiv Erneuerbare auszubauen, um weniger abhängig von Geopolitik zu sein. Man könnte Bus und Bahn für Menschen überall kostenfrei machen, um den Ölverbrauch zu senken. Man könnte für Haushalte Wärmepumpen und klimafreundliche Technologien fördern. Doch die Regierung beweist mit ihrem Tankrabatt statt hilfreichen Maßnahmen einmal mehr, für wen sie Politik macht: Für Öl- und Gaskonzerne, nicht für Menschen! Katherina Reiche versucht nicht einmal zu verstecken, dass sie Gaslobbyistin ist. Wenn das ihr Job wäre, wäre sie klasse dabei. Leider ist sie aber keine Lobbyistin, sondern Wirtschaftsministerin und sollte Politik machen, die unser Leben verbessert, statt Gaskonzerne immer wieder an oberste Stelle zu rücken.

Diese fossilen Konzerne zerstören weltweit Menschenleben. Die Klimakrise wurde und wird von den reichsten Menschen unserer Gesellschaft verursacht. Es sind Öl- und Gaskonzerne, die die Schuld tragen, wenn Menschen ihr Zuhause in Fluten verlieren, wenn extreme Dürren Ernten zerstören oder Hitzewellen Menschenleben fordern. Die Klimakrise ist in erster Linie eine massive globale Ungerechtigkeitskrise und ihre Lösung besteht nicht in der Erfindung immer neuer Technologien, die uns überhaupt erst in diese Katastrophe geführt haben. Die Lösung ist Klimagerechtigkeit: Die Kosten der Transformation – in Wirtschaft, Verkehr oder beim Heizen – dürfen nicht diejenigen treffen, die ohnehin schon wenig haben. Und jene, die Jahrzehnte lang an fossilen Brennstoffen verdient haben und verdienen, müssen endlich zur Kasse gebeten werden. Vielleicht sollten wir einen Teil der Redezeit von Friedrich Merz einer Yoga-Sonnengrußroutine im Bundestag widmen, für mehr Respekt vor Solarenergie (und weniger Redezeit für Merz könnte auch schon einige Probleme lösen).

Über Gas gibt es viele Mythen in den Köpfen, die es gilt, aufzudecken. Erdgas ist kein harmloser Übergang, sondern ein extrem klimaschädlicher Brandbeschleuniger! Erdgas verursacht bei der Förderung, beim Transport und bei der Verbrennung Emissionen und kann sogar noch klimaschädlicher sein als Kohle.​ Wenn von der Förderung von Gas gesprochen wird, kommt oft das Argument der “Versorgungssicherheit” vor. Das ist eine Scheindebatte: Es geht in Wahrheit um den (profitgelenkten) Ausbau der Fossilen. Wir haben bereits jetzt mehr als genug Kapazität für Gas. Parallel bremst die Regierung Windkraft und Solar aus und verzögert neue Batteriespeicher. Mit langfristigen fossilen Verträgen stürzen wir uns in ein sicherheitspolitisches Risiko: Abhängigkeit von fossilen Autokraten wie Russland, Katar und den USA. Auch die aktuelle Energiekrise und steigende Benzinpreise aufgrund des Kriegs im Iran hängen mit fossilen Abhängigkeiten zusammen.

Die Bundesregierung muss aufhören, scheinheilig im Namen der “Versorgungssicherheit” die Klimakrise zu befeuern. Statt neuer fossiler dreckiger Infrastruktur braucht es einen verbindlichen Gasausstieg bis spätestens 2035! Wir brauchen einen radikalen Umbau der Energieversorgung – sozial gerecht und erneuerbar. Wer jetzt noch in fossile Infrastruktur investiert, setzt unsere Zukunft aufs Spiel. Friedrich Merz, Katherina Reiche und Co. machen Politik für fossile Konzerne – und gegen uns alle. Das ist kein Klimaschutz. Das ist Lobbyismus auf Kosten unserer Zukunft! Und auch die Bremer Regierung wäre gefragt, beim Klimaschutz endlich das Tempo zu erhöhen. Klar, Katherina Reiche macht es nicht leicht, aber der Bremer Senat darf sich nicht hinter ihr verstecken, sondern muss entschlossen vorangehen und Bremen zum Vorbild machen. Wir wollen 2038 klimaneutral sein und dafür muss der Senat alles geben!

Gemeinsam haben wir den Kohleausstieg erkämpft, das schaffen wir nochmal. Der
Kohleausstieg, das Klimaschutzgesetz, die Klimaziele – all das sind Erfolge unserer
Bewegung! Wir dürfen den Mut nicht verlieren. Wir haben gezeigt, dass Veränderung
möglich ist, und wir können stolz auf das sein, was wir erreicht haben!

Die aktuellen Vorhaben der Regierung können wir noch vor ihrem Abschluss stoppen. ​Wir werden nicht einfach zuschauen, wie die Regierung Öl ins Feuer der Klimakrise gießt. Ob auf Borkum, am Bohrturm in Reichling oder bei neuen Gaskraftwerken im ganzen Bundesgebiet: Wir werden dort sein. 2026 muss das Jahr werden, in dem wir den Gasrausch der Bundesregierung stoppen!

Bremen Zero

Moin Bremen!

Ich spreche hier für BremenZero! 

Mein Name ist Christian Haake.  

BremenZero steht für Klimaneutralität bis 2038 und für einen konstruktiven, lösungsorientierten Ansatz, um Bremen wieder auf Klimaschutz-Überholspur zu bringen. Gerade bedeutet das vor allem, Politik, Verwaltung und Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, dass wir drohen, in eine Gaskostenfalle zu rutschen. 

„Fossile bieten keine Energiesicherheit“. So betont auch der türkische Umweltminister vor der nächsten Cop 2026 in der Türkei. 

Das bedeutet konkret: Verharren wir im fossilen Zeitalter, haben wir hohe Volatilität, sprich hohe Kostenschwankungen.

Gehen wir stattdessen in die Erneuerbaren, haben wir einmalige Investitionen und langfristige Preisstabilität. Das ist doch ein wunderbares Ziel!

Ein Schwerpunkt, um zur Klimaneutralität zu gelangen, ist die Wärmewende. Denn das Heizen unserer Wohnhäuser macht einen Großteil der Energie aus, die wir verbrauchen. Den damit verbundenen CO2-Anteil müssen wir senken, um Klimaneutralität zu erreichen. Nur so verhindern wir, dass uns in einigen Jahren das Wasser nicht bis zum Hals steht und die Heizkosten nicht über den Kopf gewachsen sind. 

BremenZero hat im letzten Herbst ein Wärmebündnis ins Leben gerufen. Mit dabei sind beispielsweise ATTAC, der BUND, ErdwärmeDich, die Fridays for Future, Greenpeace, Klimazone Findorff und andere mehr. Wir haben im Oktober gemeinsam eine Stellungnahme zum Wärmeplan abgegeben. Da bleiben wir dran!

Außerdem führen wir seit Veröffentlichung des Wärmeplans der Stadt Bremen Stadtteilveranstaltungen zur Wärmewende inklusive einer Ausstellung in Kooperation mit der Hochschule und Energiekonsens durch. 

Denn so schön auch ein ausführlicher Plan zur Wärmewende sein kann, so viele Fragen bleiben für Bürger:innen offen: was heißt das für den eigenen Stadtteil? Was sind Prüfgebiete, gibt es einen Fernwärme-Anschlusszwang? Eigentlich alles Fragen, die von der Politik und der Verwaltung mit einem geeigneten Kommunikationskonzept adressiert werden sollten. Da von dort bisher jedoch wenig kam, waren wir mit den Studis und Energiekonsens schon in Findorff, Gröpelingen und der Neustadt und wir werden noch in weitere Stadtteile gehen, bis von der Stadt entsprechend informiert wird.

Unsere Ausstellung „Wärme für Alle“ ist bei allen Veranstaltungen oder öffentlich auf unserer Website abrufbar. 

Wärme für Alle – die Ausstellung Informiert Euch jetzt, denn wir Alle, die mit Gas heizen, müssen aufpassen, nicht in die Gaskostenfalle zu tappen! 

Seit dem Krieg in der Ukraine und nun auch in Nahost wird jedem klar, wie schnell sich fossiles Heizen verteuert. Viele verfeuern noch immer Öl. Rund 20 Millionen Haushalte in Deutschland heizen mit Erdgas. Und Erdgas wird unweigerlich teurer werden. Wer kann, wechselt daher besser jetzt in ein Fern- oder Nahwärmenetz oder wechselt zu einer Wärmepumpe. 

In Bremen wurden 2022 rund 75 % der Wohnungen mit Erdgas beheizt. Wärmenetze und Wärmepumpen haben einen Anteil von ca. 13 % ausgemacht. 

Eine Umstellung ist für viele aber nicht so einfach: 80 % der Bremischen Wohngebäude befinden sich im Eigentum von Privatpersonen. Mieter:innen haben oft kein Mitspracherecht, wie ihre Wohnung beheizt wird. Und Eigenheim-Besitzer:innen mit knappem Budget oft keine Möglichkeit, die notwendige Umstellung finanziell zu stemmen. 

Trotzdem ist dieses Projekt nicht unmöglich! Die Skandinavier machen uns vor, wie es geht! Und wer die Heizung umstellt, tut gut daran, denn nicht nur die Gaspreise werden steigen, auch die Netzentgelte werden eine Kostenspirale in Gang setzen, die noch größer ist. 

Netzentgelte sind Fixkosten zur Instandhaltung großer lokaler Gasnetze. Gehen immer mehr Haushalte aus dem Gas raus, müssen die im Gasnetz verbleibenden Haushalte diese Kosten stemmen. Studien sagen für Mitte der 2030er voraus, dass sich Gas-Heizrechnungen mehr als verdoppeln können. Auf eine vierköpfige Familie kommen dann allein durch Netzentgelte bis 2045 Mehrkosten von rund 2.000 Euro jährlich zu. 

Erneuerbare Energien sind die Grundlage für Freiheit, Frieden und wirtschaftlichen Wohlstand. Wie viele fossile Krisen brauchen wir noch, bis wir diese strukturelle Abhängigkeit von fossilen Energien in all unseren Lebensbereichen wirklich überwinden?

Was unternimmt unsere Bundesregierung jetzt? Sie sollte die Gas-Abhängigkeit beenden, Bürger:innen beim schnellen Umstieg helfen und für saubere, bezahlbare Wärme sorgen. Stattdessen erfindet sie aber eine zusätzliche Verteuerung: 

Denn Union und SPD planen, das Heizungsgesetz unbrauchbar zu machen. Das nennen sie jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz. 

Wirtschaftsministerin Reiche übernimmt dafür von der Gaslobby die Greenwashing-Begriffe „Biotreppe“ und „Grüngas“, erlaubt ein Zumischen von Wasserstoff-Champagner und will die 65%-Regel für erneuerbare Energien streichen. Das Ergebnis ist: Treibhausgase sinken noch langsamer als im bisherigen Gesetz. Und Gasheizungen würden um mehrere Hundert Euro jährlich teurer. 

Das trifft viele von uns hart. Betroffen sind Millionen von Mieter:innen und Eigenheim-Besitzer:innen mit knappem Budget. Wenn die Politik nicht gegensteuert, rutschen wir tiefer in die Gaskostenfalle. Das dürfen wir nicht zulassen. 

Wir von BremenZero beobachten seit mehreren Jahren die Bremer Klimapolitik mit regelmäßigen Besuchen des KlimaControlingAusschuss. Wir unterstützen das Ziel der Enquetekommission für Klimaneutralität bis 2038. 

Politiker:innen und Sachverständige waren sich vor fünf Jahren parteiübergreifend überwältigend einig, dass Klimaschutz Priorität bekommt. Darauf kann das Bundesland Bremen wirklich stolz sein! Aber Bremen darf sich nicht darauf ausruhen. Wir BremenZero’s vermissen Aufbruchstimmung und die überparteiliche Einigkeit des Enquete-Abschlussberichts. 

Die Bremer Stadtmusikanten haben es vorgemacht. Sie haben sich angesichts einer ausweglosen Situation aufgemacht, zusammengerauft und sind im wahrsten Sinne des Wortes neue Wege gegangen in eine bessere Zukunft. Anstatt immer nur die schlechte Lage zu kritisieren, sollten gemeinsame Stärken herausgestellt werden. Bremens Klimapolitik soll und muss die Lebensgrundlagen der Bürger:innen erhalten und sozial gerecht gestaltet sein. Dies wurde auch schon im Klimaschutzgesetz beschlossen. Wir fordern alle Parteien hiermit auf, im Sinne einer „Klimaenquete Politik 2.0“ sich hier und jetzt erneut dazu zu bekennen.

Und wir fordern, dass sich Bremen für das schon lange von der Regierung versprochene Klimageld einsetzt und dies sozial gerecht der Bevölkerung zurückgegeben wird. 

Die aktuelle Situation macht deutlich, wie dringend wir aus Gas und Öl raus müssen, um aus der fossilen Falle auszusteigen. Umso wichtiger für ein Land mit knappen Kassen ist es jetzt, ins Handeln zu kommen, damit die Wertschöpfung hier im Lande bleibt und wirken kann. Wir wünschen uns keine langsam joggende Klimapolitik, wir wünschen uns Politik, die auch mal einen wichtigen Zwischensprint hinlegen kann. 

Habt ihr Interesse an weiteren Infos zu BremenZero, geht auf unsere Website BremenZero.org und schaut euch unserer Ausstellung online an oder kommt zu einer unserer nächsten Stadtteilveranstaltungen, die wir auf unserer Website ankündigen werden. BremenZero

Wenn Du nun Lust und Laune verspürst, bei BremenZero mitzumachen, ist das auch möglich, sprich mich einfach an oder schreib über unsere Website. https://bremenzero.org/

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.

Musikact TheCave

ErdwärmeDich

Wir wissen Alle: Es gibt Klimaziele. Danach will die EU 2050, die Bundesrepublik 2045 und Bremen sogar schon 2038 klimaneutral.

Aber:

Überall wird abgewiegelt: Aus vom Verbrenner-Aus; Gebäudeenergiegesetz mit geplanten Emissionseinsparungen von über 10 Mio Tonnen CO2 – weg damit! „Gebäudemodernisierungsgesetz“ mit nur noch 2 Mio Tonnen CO2 weniger.

Und das Sondervermögen für Infrastruktur und Klima, wird für Haushaltslücken missbraucht.

Das Vertrauen von Akteuren und möglichen Akteuren wird damit untergraben!

Die Politik mit dem Spruch, den alle aus der Schule kennen: „Das kriegen wir später“. Das ist reine Verschieberitis … politische Prokrastination!!!

Uns dazu kommen noch politische Schlaumeier: „Wenn wir das Geld anderen Ländern geben, dann ist es viel wirksamer“ – und wirmachen so weiter, wie bisher: „unser Anteil an der Welt ist nur marginal.“

Ein Blick auf die Straße von Hormus zeigt: ein grundsätzlicher Irrtum.

Ein paar Worte zur Kommunalen Wärmeplanung

Kommunale Wärmeplanung ist das Versprechen für einen Weg – die Technik, die Finanzierung, die Sicherung der Daseinsvorsorge. Eine warme Wohnung für alle! Und das klimaneutral bezogen auf den Zeithorizont – 2038.

Aber: die Bremer KWP hat Löcher. Große Teile der Stadt sind Prüfgebiete. Mit anderen Worten: Hier weiß man noch gar nicht, wie die klimaneutrale Heizung aussehen soll. Vorschläge gibt es für ein paar Gebiete, die mit Fernwärme versorgt werden sollen. Nur: Fernwärme der SWB AG wird sich bei bisherigem Tempo bis 2055 durch die Stadt wühlen.

Und ganz wichtig: Klimapolitik verlangt Bürgerbeteiligung bei Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende. Hier hat die kommunale Wärmeplanung Defizite. Wir brauchen eine sozial gerechte Wärmewende oder viele Bürgerinnen und Bürger machen nicht mit.

ErdwärmeDich“ macht hier ein Angebot

Eine Heizung ist Teil der Daseinsvorsorge. Eine warme Wohnung ist ein Menschenrecht. Ein Angriff darauf, eine Kriegsstrategie.

Fast alle Lösungen, die bisher diskutiert werden, sind unternehmerisch, d.h. sie zielen auf Profit. 8% sind für die swb AG im Gutachten für die Wärmeplanung vorgesehen.

Aber Daseinsvorsorge darf nicht verweigert werden, weil ein Mensch die Renditeerwartungen von Unternehmen nicht bedienen kann. Diese Sorge treibt viele Bürger um und erzeugt Skepsis gegen die Klimapolitik und das enthält ein gewaltiges Verhetzungspotential.

Bei ErdwärmeDich geht es um oberflächennahe Geothermie. Wir legen Kreisläufe, dieunter den Straßen im Winter 12 Grad warmes Wasser in die angeschlossenen Häuser liefert. Dort werdem mit Wärmepumpen die Häuser geheizt. Im Sommer wird die Wärme in die Erde zurückgeführt.

Das Konzept ist umfassend und innovativ.

Und es ist sozial gerecht! Wir sind eine Genossenschaft, die nicht mit Profitinteressen arbeitet. Mittlerweile beteiligen sich über 400 als Genossen und tausende von Bürger*innen unterstützen unser Projekt. Dadurch beteiligen sie sich an der Wärmewende und entwickeln damit ein Gefühl von Selbstwirksamkeit.

Wir haben jetzt mit einem Pilotprojekt in der Humboldtstr. angefangen. Die Teilnehmer dieses Pilotprojekts beteiligen sich an einem innovativen Projekt zur Wärmewende. Sie erwarten stabile Kosten und eine von geopolitischen Turbulenzen unabhängige warme Wohnung.

Aber wir arbeiten nicht nur für die Genossen in der Humboldtstraße. Es geht um ein Netz für eine warme Stadt. Und auch die Hitze des Sommers, auf Dächern, Straßen und industrielle Abwärme, können mit dem Netz in die Erde zurückgeführt werden, eine Ergänzung zum Schwammstadtkonzept. Es geht um eine sozial verträgliche Wärmewende für alle Menschen in unserer Stadt

Dieser Beitrag zum Gemeinwohl der Stadt, muss auch von der Kommune getragen werden.

Das heißt die Stadtverwaltung muss auf unserer Seite stehen. Sie muss uns unterstützen und die notwendigen Entscheidungen schnell treffen.

Und auch finanziell bedarf es Unterstützung! Die notwendigen Anfangskosten dürfen nicht auf Einzelne übertragen werden. Es braucht ein Startkapital um in Gang zu kommen.

Wir fordern einen Anteil am Sondervermögen für Klima!

Ende Gelände

Vielen Dank, dass ich hier heute vor euch allen sprechen kann!
In Zeiten vieler Kriesen, wo die Klimabewegung etwas den Wind in den Segeln verloren hat, ist es umso wichtiger, dass wir hier heute zusammenkommen um ein klares Zeichen gegen den Fossilen Rollback zu setzen!
Denn gerade findet genau das in Deutschland statt: Kohlekraftwerke weichen Gaskraftwerken anstelle des Ausbaus der Erneuerbaren Energien. Das ist kein Zufall – Rechte und autoritäre internationale Netzwerke nutzen Gas als Treibstoff um eine Welt zu schaffen, in der Neokoloniale Ausbeutung die westliche Vorherrschaft aufrecht erhält. Denn Gas ohne Unterdrückung und Marginalisierung von einheimischen Bevölkerungen gibt es nicht! Ein Paradebeispiel dafür ist ein geplantes Projekt in Argentinien, wo der vom Wirtschaftsministerium geführte Energiekonzern S-E-F-E Hand in Hand mit der rechtsradikalen Regierung in Argentinien Fracking-Gas auf Boden der indigenen Mapuche-Gemeinschaften fördern wollen. Doch auch ohne direkte Förderung neokolonialistischer Projekte fördert der Gasausbau genau die Strukturen des fossilen Kapitalismus! 
Dieser fossiler Kapitalismus wird uns dann hier als nationale – und Energiesicherheit verkauft. Würdet ihr dem glauben, wärt ihr heute nicht hier. Trotzdem stellt sich die Frage: Wer profitiert daran in Deutschland? 
Schauen wir ins Ruhrgebiet sehen wir, dass sich dort der Ausbau von Gaskraft konzentriert. Das liegt vor allem an der Stahl – und Kriegsindustrie, die dort ein Zuhause gefunden hat. Die mit dem dreckigem Gas hergestellten Kriegswaffen sollen dann das kapitalistische und kolonialistische System nach innen und außen schützen. 
Konkret plant die Bundesregierung, allen voran die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, den Bau von mindestens 20 neuen Gaskraftwerken. Das ganze wird von einer Greenwashing-Campagne begleitet:
Egal ob „Wasserstoff-Ready“, „kohlenstoffarm“, „Green Gas“ oder einfach die gute alte „Übergangstechnologie“ – wir lassen uns nicht verarschen; Denn eines ist klar: Gas ist was für Reiche! Während wir unsere Heizkosten nicht mehr bezahlen können machen fossile Konzerne Milliarden-Gewinne. Und uns wird gesagt wir sollen den Gürtel enger schnallen.

Die Vision des grünen Kapitalismus ist längst Geschichte. Der beschlossene „Green Deal“, welcher auf EU-Ebene einen wirtschaftsfreundlichen Übergang zur Klimaneutralität gewähren sollte, ist am Druck von Lobbyverbänden in allem außer im Namen gescheitert, und auch das deutsche Klimaschutzgesetz scheiterte 2024 an einer Lächerlichkeit: Dem Tempolimit!
Der starke und so sichtbare Lobbyismus stellt klar, dass das Umweltbewusstsein der Politik nur so weit reicht, wie es den großen Gewinnern des Klimawandels gefällt. Und da der kapitalistische Ansatz scheitert, ist es an der Zeit ihn zu überwinden um eine klimagerechte Welt zu schaffen.
Statt den Kopf in den Sand zu stecken, sind wir der Sand im Getriebe der fossilen Macht, denn seit Jahren kämpfen wir dafür, den Gasausbau, wie zum Beispiel den Ausbau riesiger LNG-Kapazitäten, zu verhindern. Damit kämpfen wir nicht nur gegen die Klimakriese , sondern auch gegen die Abhängigkeit von autoritären Staaten und Kriegsverbrechern.
Wir müssen weiter dafür kämpfen, den Gashahn zuzuhalten, bevor er ganz aufgedreht wird!
Das ist ein Kraftakt – trotz vielem politischem und gesellschaftlichem Druck hält Frau Reiche ihr linkes Ohr zu und lässt Gaslobbyisten in ihr rechtes flüstern. Wir müssen also so laut sein, dass Frau Reiche sich beide Ohren zuhalten muss!

What do we want – climate justice 
when do we want it – now 
and if we dont get it - we shut shit down

Wenn ihr Lautstark beim shut down dabei sein sollt, dann kommt zur Ende-Gelände-Massenaktion am letzten Maiwochenende! Gemeinsam werden wir den dystopischen Plänen der Profiteure des fossilen Kapitalismus einen Strich durch die Rechnung machen, in dem wir im Ruhrgebiet den Ausbau von Gaskraftwerken verhindern werden! Je mehr Menschen wir bei der Massenaktion sind, desto lauter sind wir. 
Falls ihr Bock auf die Massenaktion vom 28. bis zum 30. Mai habt, könnt ihr gerne noch bei unseren Infoveranstaltungen und Aktionstrainings mitmachen, die ihr auf der Ende-Gelände Website und unserem Instagram-Channel Ende -Unterstrich-Gelände- Unterstrich- H-B findet.
Und zum Abschluss:	

Who shuts shit down - we shut shit down (3x)

Greenpeace

Liebe Freundinnen und Freunde,

gewisse Kreise wollen uns einreden, das Klima wäre irgendwie „kein Thema mehr“, dass die Menschen bewegen würde. Ist das wirklich so?

Also, wenn ich so in die Runde schaue, glaube ich das schon mal gar nicht!

Über 80.000 Teilnehmer waren wir bei den Demos am letzten Wochenende. Heute werden es, alle Demos zusammengerechnet, noch einmal deutlich mehr sein!

Die Tagessschau hat vor Kurzem über eine Studie berichtet, die aufzeigt, dass sich über 70 Prozent der Bevölkerung Sorgen machen über die Folgen des Klimawandels. Ich wiederhole noch einmal: Über 70% der Bevölkerung macht sich Sorgen wegen des Klimawandels!

Der Klimawandel ist für die meisten Menschen kein Randthema, wie man uns glauben machen möchte!

Eine deutliche Mehrheit wünscht sich sogar, dass die Politik beim Klimaschutz aktiver wird.

Wieso passiert dann so wenig? Weil die Politik üblicherweise den Weg des geringsten Widerstands geht.

Und hier gibt es diverse Akteure, die bis heute sehr erfolgreich darin sind, der Politik und auch uns selber einzureden, den Menschen wäre der Klimawandel egal.

Ich habe eine Bitte an Euch:

Wir müssen diese über 70% davon überzeugen, sich mit uns zu engagieren.

Da gibt es welche, die waren früher mal auf einer Fridays-for-Future-Demo. Und sagen: es hat sich ja nichts geändert! Wieso soll ich dann demonstrieren gehen?

Ganz einfach: Weil Klimaschutz kein Waldlauf ist, sondern ein Marathon!

Weil nicht eine große Welle den Deich bricht, sondern eine große Anzahl von Wellen, die immer wieder gegen den Deich anrennen.

Wir müssen lauter werden mit dem, was wir tun! Wir müssen zeigen, dass es sexy ist, was gegen den Klimawandel zu tun. Dass es Spaß macht!

Deshalb: Postet in den sozialen Medien von der heutigen Demo! Erzählt euren FreundInnen und Kumpels und Kumpelinen davon. Den NachbarInnen. Den KollegInnen und MitschülerInnen.

Bei über 70% Zustimmung werdet ihr meistens auf ein interessiertes „Ach, echt“ stoßen!

Auf dass bei der nächsten Demo noch viel mehr Leute als heute dabei sind!

Und vielleicht schaffen wir es alle gemeinsam ja auch, den verbleibenden knapp 30% die Angst vor der Energiewende zu nehmen.

Die sind ja nicht gegen den Klimaschutz, weil sie so gerne den Bremer Marktplatz unter Wasser sehen wollen. Die sind gegen den Klimaschutz, weil ihnen eingeredet worden ist, dass sie dann sozial abgehängt sein würden.

Dabei ist Klimaschutz ein Jobmotor! Es werden Menschen gebraucht als Bauarbeitende für Bahnstrecken und Fahrradwege, es werden Monteure und Monteurinnen für PV-Anlagen und Wärmepumpen gebraucht, es werden BusfahrerInnen gebraucht, und, und, und….

Eine ökologische Wirtschaft braucht mehr Arbeitskräfte, nicht weniger!

Die Fossilwirtschaft setzt auf die Angst derer, die sich schon jetzt abgehängt fühlen, und auf die Lethargie der Massen, denen man eingeredet hat, das Klima hätte jetzt irgendwie Pause.

Wenn wir es aber schaffen, den Einen die Angst vor dem Klimaschutz zu nehmen, und die Anderen zu motivieren ebenfalls aktiv zu werden, dann werden wir gewinnen.

Liebe Freundinnen und Freunde,

Um das alles einmal zusammenzufassen:

Der Fossil-Industrie steht das Wasser bis zum Hals! Ihr bricht das Geschäftsmodell weg! Sie kämpft ihren letzten großen Kampf. Aber: Die Waffen sind stumpf geworden.

Im Jahr 2024 war über 90% der hinzugekommenen Kraftwerkskapazitäten regenerativ! Öl und Gas ist, insbesondere bei der Stromherstellung, ein Auslaufmodell.

Es ist geradezu peinlich, dass Frau Reiche jetzt noch massenweise Gaskraftwerke in Deutschland plant!

Aber ich sage eins:

Auch wenn die Fossillobby, und da gehört Frau Reiche meiner Meinung eindeutig mit dazu, sich breitbeinig hinstellt und arrogant behauptet, Deutschland brauche diese Gaskraftwerke, insgeheim…. Insgeheim hat die die Branche Angst!

Selbst Frau Reiche wird verstanden haben, dass wir die Trümpfe in der Hand haben, und sie nur eine Handvoll Nieten.

Lasst uns laut sein!

Raus aus dem Gas! Rein in die Erneuerbaren!

Wir sind die Mehrheit!

Dankeschön!

Musik von TheCave

Zum Abschluss