Bremen: Klimaneutral bis 2030

Wir stehen am Anfang eines neuen Jahrzehnts. Einem Jahrzehnt in dem sich viel verändern wird. Und ein Jahrzehnt, in dem sich vor allem viel verändern muss.

Uns bleiben aktuell nicht einmal mehr 8 Jahre, bevor das globale CO2-Budget überschritten wurde. Wir überschreiten nach den aktuellen Prognosen also noch in diesem Jahrzehnt den „Point of no Return“, setzen immer mehr irreversible Kettenreaktionen in Gang und steuern damit unaufhaltsam auf eine Katastrophe zu. In diesem Jahrzehnt wird darüber entschieden, ob unsere und alle zukünftigen Generationen auf diesem Planet überleben können.

Bereits jetzt sind die ersten Kipppunkte überschritten worden. In vielen Ländern des globalen Südens mangelt es immer mehr an Wasser und Lebensmitteln und immer mehr Landstriche werden von schrecklichen Naturkatastrophen verwüstet. Menschen verlieren ihr zuhause, ihre Familie oder ihr Leben. Egal, ob in Sibirien, in Brasilien oder in Australien, unsere Wälder brennen, Ökosysteme zerfallen und Tierarten werden ausgelöscht. Und das ist erst der Beginn der Klimakrise. Eine Krise, die wir Menschen geschaffen haben und die nun das Potential hat, uns als Menschheit zu einer weiteren ausgestorbenen Art zu machen.

Daher ist es auch das Jahrzehnt, in dem radikale Maßnahmen ergriffen werden müssen. Ein Jahrzehnt, in dem wir uns vom Märchen des grenzenlosen Wirtschaftswachstums auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen endgültig verabschieden müssen. Ein Jahrzehnt, in dem auf allen Ebenen eine ambitionierte sozial-ökologische Transformation stattfinden muss, damit wir der Klimakrise noch entkommen können.

Bereits im April 2019 haben wir als Fridays For Future sowohl auf Bundesebene als auch in Bremen auf Landesebene unsere Forderungen an die Politik veröffentlicht. Die Maximen dieser sind, dass die Bundesrepublik Deutschland bis 2035 und das Bundesland Bremen bis 2030 klimaneutral werden müssen.

Im Koalitionsvertrag Bremens, der im Juli 2019unterzeichnet wurde, wird sich aber grade einmal zu einer Reduktion von 80% der Emissionen verpflichtet. Das geht weit vorbeiam Pariser Klimaabkommen, an Artikel 20a des Grundgesetzes und dem 1,5-Grad-Ziel. Sowohl die Anliegen unserer Bewegung, als auch sämtliche Fakten aus der Wissenschaft werden ignoriert,um so weiter zu machen, wie bisher. Es wurde sich wieder einmal gegen unsere Zukunft auf diesem Planeten entschieden. Aber es geht nicht weiter mit einem „Business as Usual“.

Wir fordern die Politiker*innen dieses Landes deshalb auf, sich mit der Forderungen der jungen Generation und mit den Stimmen aus der Wissenschaft ernsthaft auseinander zu setzen. Wir fordern sie auf, Klimaschutz zur obersten Maxime der Politik zu machenund dabei Mut zu zeigen, keine Kosten und Mühen zu scheuen. Wir fordern von der Bremer Bürgerschaft und dem Bremer Senat ein, sich noch in diesem Jahr zur Klimaneutralität Bremens bis 2030 zu verpflichten.